Mittwoch, 05. April 2017

Pressemitteilung Nr. 49: Quo vadis OEP?

Die WIP war einer der Initiatoren und großen Befürworter eines Ortsentwicklungsplans, genannt OEP. Es ging dabei um ein durchdachtes und planvolles Vorgehen bei der baulichen Weiterentwicklung in Pullach. Nun aber fragen wir uns, was daraus geworden ist.

 

Warum braucht man einen OEP? Ganz einfach! Jede Entscheidung für etwas ist gleichzeitig auch eine Entscheidung gegen alle anderen Alternativen. Anders gesagt, eine Fläche, die ich mit einem Gebäude bebaue, kann ich nicht gleichzeitig anders bebauen. Darum überlegt man mittels eines OEP vorher was man will, braucht und sich leisten kann, wo es hin soll und ob und in welcher Reihenfolge es verwirklicht werden kann.

 

Moderiert von Frau Beltinger trug Herr Ufer mit seinem Team von Terrabiota alle erforderlichen Informationen zusammen, und Herr Weber-Ebnet mit seinem Team von Urbanes Wohnen war für die Kommunikation zuständig.
In einer ganzen Reihe von getrennten Workshops des Gemeinderats und engagierten Bürgerinnen und Bürgern wurde bis letzten Herbst alles, was zu den Schlüsselprojekten zu rechnen ist, beschlussreif zusammengetragen.
Die Konzepte aller Seiten zeigten dabei erstaunliche Übereinstimmungen.

 

Die vorliegende Vielzahl der Ergebnisvarianten sollten im November vom Gemeinderat auf einige wenige eingedampft werden. Alles lief im Kern auf die Beibehaltung der beiden Schulen im Ortskern hinaus, mit oder ohne Flächentausch. Die Standorte und Maßnahmen aller weiteren Vorhaben sind diesen Schlüsselprojekten nachgeordnet.

 

Vereinfacht gesagt waren die Gründe für diese Entwicklung die Aussagen von Terrabiota, dass die Grundschule entweder „mit Gewalt“ auf den jetzigen Standort passt oder alternativ und ohne Probleme mit einem Flächentausch auf das jetzige Mittelschulgelände. Warum also dann irgendwelche Freiflächen zubauen?

 

Zu unserer großen Überraschung fanden wir Gemeinderäte zu dieser Entscheidungssitzung im November keines dieser Konzepte mehr vor, sondern eine umfangreiche Tischvorlage. Deren Inhalt war zwar grundsätzlich ähnlich, jedoch komplett anders strukturiert, wodurch eine Entscheidung nicht mehr möglich war. Als Begründung für dieses Vorgehen wurde die Notwendigkeit weiterer detaillierterer Planungen im Vorfeld genannt.

 

Nun entschied sich der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung für die Firma LernLandSchaft, um die sogenannte „Phase 0“, also eine erste Raumplanung für die Schulen durchzuführen. Dieses ist ein absolut richtiges und notwendiges Vorgehen.

 

Völlig unverständlich aus Sicht der WIP war es allerdings, dass diese Planung nicht auf Basis der von der Mehrheit des Gemeinderats und den Ergebnissen der Bürgerwerkstatt favorisierten Standorte, sondern „ergebnissoffen“ sein sollte, also auch mit einem „dritten Standort“.

 

Das wirft aus unserer Sicht die folgenden sehr ernsten Fragen auf:

 

Sind die Schlussfolgerungen nach der Analyse zum Platz- und Raumbedarf der Firma Terrabiota so ungenau, dass man erneut andere und deutlich größere Flächen ins Auge fassen muss?

 

Waren die Bemühungen der Firma Urbanes Wohnen um Kommunikation und Bürgerbeteiligung so wenig ausreichend, dass man die Ergebnisse der Bürgerwerkstätten nicht ernsthaft berücksichtigen kann?

 

Sind die Erkenntnisse der Mehrheit des Gemeinderats über die Standortfrage der Schulen ebenfalls so unüberlegt und von Mauern in den Köpfen und wenig gedanklicher Freiheit getragen?

 

Nein sagen wir von der WIP zu all diesen Fragen!

 

Mit dem von uns gestellten Antrag für die Einschränkung der weiterführenden Planungen der Schulen auf die Ortsmitte konnten wir erfreulicherweise eine Konzentration aller zukünftigen Maßnahmen und Aufwendungen auf die realistischen Standorte in der Ortsmitte erreichen, die von der Mehrheit des Gemeinderats, den Ergebnissen der Bürgerwerkstätten und den Analysen von Terrabiota gestützt werden.

 

Wir hoffen mit dieser, aus unserer Sicht längst überfälligen Entscheidung einen guten Schritt vorwärts getan zu haben, um unter den gegebenen Rahmenbedingungen möglichst zügig eine für Pullach optimale Lösung für den Um- und Neubau unserer Schulen erreichen zu können.

 

Johannes Schuster

Gemeinderat WIP – Wir in Pullach e.V.