Donnerstag, 22. Februar 2018

Pressemitteilung Nr. 60: Über Gräben und Brücken

Liebe Pullacherinnen und Pullacher,

Ziel des Bürgerbegehrens war und ist es, eine andere Herangehensweise zur Abstimmung zu stellen. Das sollte auch bei uns in Pullach möglich sein, ohne dass gleich Gräben entstehen.
Haben Sie nur Freunde und Bekannte, die Ihre Ansichten teilen? Verstoßen Sie Familienmitglieder, weil sie anders denken als Sie? Höchstwahrscheinlich nicht.
Ziehen sich Gräben durch Ihren Bekanntenkreis und Ihre Familie in Sachen Bürgerentscheide? Hoffentlich nicht, denn das will niemand.

Ich denke: In einer Sachfrage kann man unterschiedlicher Meinung sein (und bleiben), ohne dass das persönliche Verhältnis beschädigt wird. Wichtig ist, dass respektvoll, fair und ergebnisoffen diskutiert wird. Aber auch dann lässt sich nicht jede Meinungsverschiedenheit aus der Welt schaffen. Dann spricht man von verschiedenen Konzepten, und in der Politik hat der Wähler die Wahl.

Problematisch wird es, wenn einer Seite unterstellt wird, sie lüge oder verbreite Halbwahrheiten. Das ist ehrenrührig und wurde leider mehrmals wiederholt.
Problematisch wird es auch, wenn essenzielle Fragen unbeantwortet bleiben.
Für beides gibt es aber Medizin: die gute alte Entschuldigung als Mittel, um Beleidigungen aus der Welt zu schaffen, und konkrete Aussagen, um konkrete Fragen zu beantworten.

Von Gräben, Wortgefechten, Waffengleichheit und dergleichen mag ich nichts hören und lesen. Wir sind doch nicht im Krieg. Wir sind in einer Phase der demokratischen Meinungsbildung und Abstimmung. Nicht mehr und nicht weniger.

Also, liebe Pullacherinnen und Pullacher: Lassen wir die Kirche im Dorf und lernen wir, gelassen mit unterschiedlichen Auffassungen umzugehen, vor allem dann, wenn es offensichtlich starke Argumente auf beiden Seiten gibt.
Am 25. Februar 2018 ist eine Richtungsentscheidung verlangt.
Sie entscheiden, welche Argumente Sie mehr überzeugen, Sie wählen, und so wird es dann auch gemacht. Demokratie eben.
Sollte es Gräben geben, kann das die Brücke sein.

Christine Salfer
Stellv. Vorsitzende der WIP – Wir in Pullach e.V.