Kategorie: Aktuelles

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Pressemitteilung Nr. 148: Planungsstopp für das Kinderhaus Kreuzeckstrasse

 

Die Fraktionen von CSU, FDP und WIP im Pullacher Gemeinderat fordern einen sofortigen Planungsstopp für das geplante viergruppige Kinderhaus an der Kreuzeckstraße

 

Die jüngst mit knapper Mehrheit (11:9) getroffene Grundsatzentscheidung des Gemeinderates basiert auf unzutreffenden Annahmen zur Bedarfslage und würde erhebliche finanzielle sowie städtebauliche Fehlentwicklungen nach sich ziehen. Statt eines Neubaus am nördlichen Ortsrand mit derzeit veranschlagten Baukosten von rund 7,5 Millionen Euro soll vorrangig das seit über 15 Jahren bestehende Provisorium an der Margarethenstraße durch einen zeitgemäßen Neubau in zentraler Lage ersetzt werden.

Mit dem Beschluss vom 27. Januar wurden die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen, um an der Kreuzeckstraße 21 in Großhesselohe ein Kinderhaus in Modulbauweise zu errichten. Hierfür soll das bestehende Baurecht durch eine Änderung des Bebauungsplans in etwa verdoppelt werden. Aus Sicht der WIP, FDP und CSU- Fraktionen handelt es sich dabei um einen gravierenden Eingriff in die Planungshoheit und um eine Ausweitung der baulichen Nutzung, die einem privaten Grundstückseigentümer in vergleichbarer Lage nicht ohne weiteres eingeräumt würde. Hier wird Baurecht in erheblichem Umfang ausweitet, während gleichzeitig bestehende Kapazitäten an anderer Stelle ungenutzt bleiben.

In der öffentlichen Diskussion war argumentiert worden, durch die Schließung von Räumen im Areal St. Gabriel würden ab September 2026 insgesamt 37 Betreuungsplätze entfallen – 25 Kindergarten- und 12 Krippenplätze. Diese Darstellung hat maßgeblich zur Begründung des Neubauprojekts beigetragen. Nach eigener Recherche stellte sich die Situation jedoch deutlich anders dar. Tatsächlich betroffen sind lediglich 7 Pullacher Kinder – 5 im Kindergarten- und 2 im Krippenalter. Diese Kinder können vollständig in bestehenden Räumlichkeiten auf dem Gelände von St. Gabriel untergebracht werden. Die dort vorhandene Einrichtung befindet sich nur wenige Meter von den bisher genutzten Räumen entfernt. Von einem strukturellen Wegfall von 37 Plätzen kann daher keine Rede sein.

Bereits im Jahr 2010 hatte die Gemeinde im Areal St. Gabriel auf eigene Kosten Räume für vier altersübergreifende Gruppen zu Kinderbetreuungszwecken ausgebaut. Der entsprechende Mietvertrag läuft über 25 Jahre und endet erst im August 2035. Die Gemeinde zahlt hierfür jährlich rund 140.000 Euro Miete – unabhängig davon, ob die Räume vollständig genutzt werden oder leer stehen. Bis zum Vertragsende summieren sich die Mietzahlungen auf rund 1,2 Millionen Euro. Vor diesem Hintergrund erscheint es aus Sicht der Fraktionen kaum nachvollziehbar, neue Kapazitäten an anderer Stelle zu schaffen, während bestehende, langfristig angemietete Räume nicht vollständig ausgelastet würden. Der Umbau wurde 2010 mit staatlichen Geldern gefördert, sodass eine veränderte Nutzung weitere Kosten allein durch die Rückforderung der Fördermittel mit sich bringen würde.

Weiterhin steht das sogenannten „Haus 6“ im Areal St. Gabriel leer. Auch dort könnten mindestens drei bis vier zusätzliche Gruppen untergebracht werden. Eine Besichtigung hat ergeben, dass sowohl räumliche als auch infrastrukturelle Voraussetzungen – einschließlich Außenflächen und Parkmöglichkeiten – grundsätzlich vorhanden sind. Die geschätzten Umbaukosten werden als überschaubar bewertet.

Damit ist nicht nur der aktuell dargestellte Bedarf abgedeckt, sondern es besteht darüber hinaus die Möglichkeit, die Kinder aus der sogenannten „Mäuseburg“ an der Margarethenstraße vorübergehend in geeignete Räume im Areal St. Gabriel umziehen zu lassen. In der Mäuseburg werden derzeit rund 30 Krippen- und 45 Kindergartenkinder betreut. Eine Interimslösung in St. Gabriel ermöglicht es, das seit über 15 Jahren bestehende Provisorium zügig aufzugeben und in der Ortsmitte einen dauerhaften, modernen Neubau zu planen und zu realisieren.

Nach unseren Berechnungen würden sich die Kosten für eine solche Übergangslösung in Haus 6 – einschließlich Umbau und Miete über einen Zeitraum von etwa fünf Jahren – auf rund 2 Millionen Euro belaufen. Im Vergleich zu den prognostizierten 7,5 Millionen Euro Baukosten für das Projekt an der Kreuzeckstraße stellt dies einen erheblichen finanziellen Vorteil dar. Haus 2 und 8 wären wirtschaftlich noch günstiger, zumal die ohnehin bis 2035 anfallende Mietzahlungen sinnvoll genutzt wären, anstatt zusätzliche dauerhafte Verpflichtungen einzugehen.

Neben den finanziellen Aspekten sind auch städtebauliche Kriterien zu berücksichtigen. Die dauerhafte Verlagerung von Betreuungseinrichtungen an den nördlichen Ortsrand widerspricht dem Ziel, die Ortsmitte zu stärken und lebendig zu halten. Für viele Eltern würde sich der Bring- und Holweg verlängern, was zusätzlichen Verkehr und eine geringere fußläufige Erreichbarkeit zur Folge haben könnte. Eine zentrale Lösung an der Margarethenstraße entspreche hingegen dem Leitbild kurzer Wege und einer familienfreundlichen Ortsentwicklung.

Angesichts der nun vorliegenden Erkenntnisse halten wir einen sofortigen Planungsstopp für geboten. Die Maßnahme an der Kreuzeckstraße ist angesichts der neuen Informationen für uns abwegig, nicht zielführend und finanziell nicht verantwortungsvoll. Wir kündigen an, kurzfristig einen entsprechenden Antrag im Gemeinderat einzubringen. Ziel ist es, die vorhandenen Kapazitäten im Areal St. Gabriel konsequent zu nutzen, eine wirtschaftlich tragfähige Interimslösung umzusetzen und anschließend das Provisorium an der Margarethenstraße durch einen dauerhaften, würdigen Neubau in zentraler Lage zu ersetzen. Damit funktioniert die Erneuerung an der Margarethenstraße schneller, besser und günstiger.

Christine Eisenmann für die Fraktion der CSU
Dr. Michael Reich für die Fraktion der FDP
Reinhard Vennekold für die Fraktion der WIP

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Pressemitteilung 144: Die S-Bahn in Pullach – ein Problem, das durch Brandbriefe nicht wirklich gelöst wird

Jeder in Pullach kennt es: die Schranken schließen, man wartet – 3 Minuten, aber mal auch gerne für 7 oder 8 Minuten. Das wiederholt sich stündlich 3-4 mal (und trifft dann hoffentlich kein Feuerwehrfahrzeug oder Krankenwagen im Noteinsatz….).

Was tun?

Statt das direkte Gespräch mit der Bahn zu suchen, kann man natürlich die Verwaltung Brandbriefe schreiben lassen – die Reaktion der Bahn darauf ist aber höflich mit „desinteressiert“ zu beschreiben. Und an den Schließungszeiten werden Brandbriefe auch prinzipiell nichts wesentliches ändern – zumal langfristig der absehbare weitere Ausbau der S-Bahn eher zu noch häufigeren Schließungen führen wird.

Wir als unabhängige Bürgervereinigung WIP wollen deshalb mehr als kurzfristigen Aktionismus – es braucht eine langfristige Lösung. Unser Vorschlag lautet: Schluss mit Schranken – Pullach braucht eine Entkopplung von S-Bahn und Straßenkreuzungen. Dies kann über eine Tieferlegung der S-Bahn, mit oder ohne Deckelung, oder vergleichbare Maßnahmen wie Untertunnelungen erreicht werden. Lasst uns dies in Pullach endlich angehen!

Nun meint mancher anbetrachts der leeren Kassen der Gemeinde (ein Fakt, der dann im gleichen Atemzug bestritten wird…), dies würde „200 Mio.€“ kosten (ohne Beleg) oder sei finanziell „unrealistisch“. Nun, sollte man statt derlei Vorurteile sich nicht zuerst mal sachkundig machen und die Fakten ermitteln?

Unser Vorschlag für die Pullacher Bürgerschaft ist deshalb:
1. technische Machbarkeit möglicher Lösungen und deren Kosten ermitteln
2. Bereitschaft von Partnern (MVV, Bahn) und öffentlicher Hand (Stadt München, Landkreis, Bayern – Olympiabewerbung! Sondervermögen Infrastruktur!) für umfangreiche Mitfinanzierung abklären und verhandeln
3. für solch langfristige Projekte müssen Rücklagen vorhanden sein – daher müssen die geplünderten Rücklagen wieder aufgebaut werden
4. Umsetzung (erst) starten, wenn Machbarkeit und Finanzierung geklärt sind

Es freut uns, dass inzwischen auch andere Fraktionen anfangen, sich Gedanken über unsere Initiative zu machen – wir laden alle dazu ein, mit uns zusammen dieses langfristige Projekt in den kommenden Jahren zu starten. Pullach braucht vorausschauende Planung und durchdachte Konzepte statt kurzfristigen Aktionismus!

So verstehen wir- als unabhängige Wählervereinigung WIP – Kommunalpolitik für die Pullacher Bürgerschaft – das muss uns Pullach wert sein, denn Wir in Pullach sind mehr als ein bisschen Pullach.

Sie können uns gerne unter kontakt@wir-in-pullach.de kontaktieren und Ihre Meinung zukommen lassen, oder Sie besuchen unsere regelmässige Infostände „WIP hört zu“ am Kirchplatz und anderen Orten. Sie finden auf unserer web-Seite auch die Verlaufsprotokolle der letzten Gemeinderatsitzungen – machen Sie sich selbst ein Bild.

Dr. Jürgen Stohrer
im Namen des Vorstands und der Gemeinderäte der WIP
1. Vorsitzender der WIP – Wir in Pullach e.V.
Unabhängig. Bürgernah. Kompetent.

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Pressemitteilung Nr. 94: Dabei sein ist alles.

Das Thema der Live-Übertragungen diskutierte der Pullacher Gemeinderat in seiner letzten Sitzung. Bedauerlicherweise kam es zu einer mehrheitlichen Ablehnung durch die Grünen, die SPD und einige andere Mitglieder des Gemeinderats, die mit einer Live-Übertragung ihre Persönlichkeitsrechte verletzt sehen und aus Datenschutzgründen dies kategorisch ablehnen.

Vielleicht hätten parteiinterne Gespräche die Vorurteile beseitigen können, doch in Pullach denkt man anders als in der Landeshauptstadt: „Live-Übertragungen des Landtags wurden in der Corona-Krise gut angenommen. Grüne, SPD und FDP wollen das Format beibehalten.“ oder „Der Live-Stream aus den Ausschusssitzungen ist zeitgemäß und angemessen.“ (Jürgen Mistol, Grüne) oder „Die Ablehnung von Live-Streams wäre genau das falsche Signal.“, so Fraktionssprecher Dr. Florian Roth von den Grünen der Landeshauptstadt München.

Auch das Argument, der gemeinsame Antrag von WIP, CSU und FDP wäre nur der Corona-Krise geschuldet, können wir nicht gelten lassen, denn bekannterweise ist diese Krise noch lange nicht beendet.
Wie soll man Vertrauen in die Politik gewinnen, wenn man als Interessierter nicht dabei sein kann? Das Beschlussprotokoll gibt es erst nach der folgenden Sitzung, frühestens in vier Wochen. Interessierte BürgerInnen wollen zeitnah wissen: Wie entscheiden die kürzlich gewählten Gemeinderatsvertreter? Vertreten Sie auch meine Ansichten? Berufstätige und Familien, aber auch ältere Mitmenschen würden gerne erfahren, wie der Gemeinderat über bestimmte Tagesordnungspunkte diskutiert und entscheidet. Sie wollen sich ihre eigene Meinung zu den vielfältigen Themen bilden. Leider haben sie nicht die Zeit oder kein Kindermädchen, gehören zu einer Risikogruppe und können darum nicht vor Ort sein. Aber einen Livestream – eine Art digitale Barrierefreiheit – wollte eine Mehrheit im Gemeinderat nicht.

Das Argument der Grünen-Vertreter – wir sind ja nur ehrenamtlich tätig und haben keine Medienerfahrung – können wir so auch nicht stehen lassen. Viele Mitglieder des Stadtrats in München sind auch ehrenamtlich tätig. Außerdem wurde kein gewählter Gemeinderat zu seinem Amt gezwungen, sondern es war seine eigene, freie Entscheidung. Damit ist jede/r z.T. auch eine Person des öffentlichen Interesses. Wenn jemand die Öffentlichkeit scheut, braucht er bzw. sie sich nicht bei einer öffentlichen Wahl als Kandidat aufstellen lassen. Politik muss anfassbar sein, Politik muss transparent sein und Politik muss nahbar sein, um Vertrauen zu gewinnen.

Als Kompromiss sprach sich der Gemeinderat für einen „Live-Ticker“ aus, der nun näher untersucht werden soll. Wir von der WIP berichten übrigens bereits seit sechs Jahren neutral und unentgeltlich live aus dem Gemeinderat auf www.wirinpullach.de.

Schreiben Sie uns gern Ihre Meinung unter kontakt@wirinpullach.de, denn wir machen Politik von uns, mit uns und für uns.

Ihr
Reinhard Vennekold
1. Vorsitzender der WIP – Wir in Pullach e.V.

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Pressemitteilung Nr. 92: Carsharing in Pullach – eine Alibi-Aktion auf Kosten aller

Liebe Pullacherinnen und Pullacher,
das deutsche Carsharinggesetz regelt die Bevorrechtigung des Carsharing mit dem Ziel, die Verwendung von Carsharing-Fahrzeugen zur Verringerung insbesondere klima- und umweltschädlicher Auswirkungen des motorisierten Individualverkehrs zu fördern. … Das neue Carsharing Gesetz trat zum 1. September 2017 in Kraft (CsgG).

Wie sieht nun Carsharing in Pullach aus und was hat der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung beschlossen?

Die Auslastung des Carsharings in Pullach belief sich von August 2018 bis April 2020 (für 21 Monate) bei einem thermischen Fahrzeug auf ca. 24.000 km und bei dem reinen Elektrofahrzeug auf ca. 7.000 km. Für den Betreiber war dies immer mit erheblichen Verlusten begleitet. Der neue und vom Gemeinderat beschlossene Vertrag über 4 Jahre mit nur einem Elektrofahrzeug sieht nun vor, dass die Gemeinde mit ca. 42.000 EUR das Carsharing-Angebot bezuschussen muss.

Doch hier stellt sich die berechtigte Frage: Ist denn das sinnvoll oder mehr Liebhaberei aus Ökogründen?
In Pullach sind ca. 13.000 KFZ (Quelle: Umweltbehörde) registriert, Einwohner gibt ca. 9.200. Zieht man davon noch die Kinder und Bürger ohne Führerschein ab, kommt man auf eine Autoquote von ca. zwei Kraftfahrzeugen pro Einwohner! Das ist schon sehr viel und die Auslastungsquote des Carsharings lässt daher nur einen Schluss zu: Carsharing wird in Pullach bisher (leider) sehr wenig angenommen oder es besteht kein Bedarf.

Soll man dann ein defizitäres Geschäftsmodell überhaupt mit öffentlichen Steuergeldern unterstützen? Würden wir als Gemeinde eigentlich nicht profitable Firmen, Geschäfte und Gewerbetreibende, die in Pullach beheimatet sind und Steuern zahlen mit ca. 42.000 EUR unterstützen – nur für das „gute Lebensgefühl“ oder zur Gewissensberuhigung?

Die WIP-Fraktion hat mit Nein gestimmt, denn wir wollen mit unseren Pullacher Steuergeldern keine Firmen subventionieren, die sich ohne öffentlichen Zuschuss überhaupt nicht rechnen.
Carsharing ist in der heutigen Zeit zwar eine gute Idee. Wenn es sich aber in Pullach nicht rechnet und der Bürger das Angebot nur in einem so geringen Maß in Anspruch nimmt, dass ohne Subventionen nicht ansatzweise eine wirtschaftliche schwarze „0“ zu erreichen ist, muss man sich eingestehen können – leider kein Carsharing-Angebot mehr in Pullach!

Schreiben Sie uns Ihre Meinung dazu unter kontakt@wirinpullach.de, denn wir machen Politik von uns, mit uns und für uns.

Ihr Reinhard Vennekold
1. Vorsitzender der WIP – Wir in Pullach e.V.